Grundlagen der Volkswirtschaftslehre I

Bevor man sich mit dem Thema Veranlagung genauer beschäftigen kann, muss man erst einmal ein paar Begriffe aus der Volkswirtschaftslehre kennen bzw. kennt sich der maskuline Gentleman grob in der Wirtschaftspolitik aus und kann daher seine Finanzen besser managen. Aus diesem Grund beschäftigt sich dieser Blog mit dem Thema Volkswirtschaft.

Was versteht man unter Volkswirtschaftslehre und womit beschäftigt sich diese?                 Unter Volkswirtschaft versteht man laut Definition nichts anderes, als die gesamte Wirtschaft eines Staates beziehungsweise der Gemeinschaft mehrerer Staaten. Somit kann man sagen, dass sich dieser Blog mit dem Thema „Wirtschaft“ auseinandersetzt. Ich werde gar nicht ins Detail gehen, da man über dieses Thema auch Bücher mit weit mehr als tausend Seiten verfassen kann und dies würden den Rahmen der Homepage sprengen 😉

Ich will Euch lediglich einen Grobüberblick über das Thema geben, sodass Ihr innerhalb kürzester Zeit die wichtigsten Grundlagen kennt und Euch in dem nächsten Schritt mit dem Thema Veranlagung beschäftigen könnt.

Wirtschaftspolitik:

Im Groben und Ganzen versteht man unter Wirtschaftspolitik alle Maßnahmen, die vom Staat, den Ländern, von Gemeinden oder Verbänden getroffen werden um auf die Wirtschaft Einfluss zu nehmen.

Die Hauptziele, die diese Akteure haben, werden in der Volkswirtschaftslehre in einem magischen Fünfeck dargestellt (teilweise findet man auch die Begriffe „Magisches Dreieck“ oder „Magisches Vieleck“)

Magisches Fünfeck

 

Wirtschaftswachstum 

Ziel einer Volkswirtschaft ist ein gleichmäßiges und stetiges Wachstum zu erreichen. Gemessen wird das Wirtschaftswachstum häufig an dem BIP (Bruttoinlandsprodukt). Das BIP umfasst alle produzierten Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft im Inland. Man kann das BIP noch in das reale und nominelle BIP unterscheiden. Das reale BIP ist die aussagekräftigere Größe, da dort Preisanstiege nicht berücksichtigt sind. Bei dem nominellen BIP kann es zum Beispiel zu einer Steigerung kommen, wenn nur die Preise steigen, aber die Wirtschaft gar nicht mehr produziert hat.

Beispiel:  Produzierte Einheit: 10 Bleistifte, Wert= 1,10€

produzierte Einheit Vorjahr: 10 Bleistifte; Wert = 1,00€

 reales BIP-Wachstum = 0%

nominelles BIP- Wachstum = +10%

 Des Weiteren ist eine Konjunktur immer durch Schwankungen gekennzeichnet. Gerade dieser Punkt ist für einen Investor besonders wichtig. Ein maskuliner Gentleman muss wissen, in welchem Konjunkturzyklus man sich befindet, da man in diesen unterschiedlich investiert.

Ein beispielhafter Verlauf eines Konjunkturzyklus:

Zyklus

Vereinfacht kann man sagen, dass sich ein Konjunkturzyklus alle 2- 10 Jahre wiederholt. Also er folgt immer dem Muster: Aufschwung – Konjunkturhoch oder Boom – Abschwung – Rezession – Aufschwung – etc.

 Um zu messen, in welcher Phase des Zyklus man sich befindet, gibt es unterschiedliche Indikatoren. Man spricht von Frühindikatoren, wenn ein Indikator vorzeitig eine Tendenz zeigt, wie sich die Konjunktur in Zukunft entwickeln wird. Präsensindikatoren sind Indikatoren die den momentanen Stand einer Wirtschaft anzeigen. Nachlaufindikatoren messen die Werte einer vergangenen Periode.

Frühindikatoren:

  • Einkaufsmanagerindex ( wenn die Einkaufsmanager positiv in Zukunft blicken, dann sind sie dementsprechend aktiv)
  • Geschäftsklimaindex (es wird dort nach den Stimmungen der Unternehmen für die Zukunft gefragt)
  • Aktienkurse (erster AHA-Effekt: Aktienkurse spiegeln zumeist die Zukunft wieder und daher ist besonders wichtig zu erahnen, wie sich ein Unternehmen in der Zukunft entwickeln wird)

Präsensindikatoren:

  • Kapazitätsauslastungen
  • aktuelle Konsumzahlen

Nachlaufindikatoren:

  • BIP
  • Arbeitslosenzahlen

 

Geldwertstabilität

Das zweite Ziel des magischen Fünfecks ist die Preisstabilität. Die Preise sollen bestenfalls moderat steigen (ca. 2%p.a.).

Gemessen wird die Preisentwicklung (Steigerung = Inflation ; sinkende = Deflation) anhand des Verbraucherpreisindex (VPI). Man kann sich diesen Index vorstellen wie ein Warenkorb. In diesem Korb sind alle Ausgaben abgebildet, die ein Durchschnittsmensch tätigt. Beispielsweise beinhaltet er die Lebensmittelausgabe, die Freizeitausgaben, die Ausgaben für Energie und Wohnen.

 Vollbeschäftigung

Je besser eine Volkswirtschaft dar steht, desto mehr Menschen haben eine Arbeitsstelle. Diese Ziel verfolgt der Staat vor allem aus zwei wichtigen Gründen: Menschen die eine Arbeit besitzen, zahlen auf der einen Seite Einkommenssteuer und bekommen auf der anderen Seite kein Geld vom Staat (Arbeitslosengeld). Des Weiteren sind Menschen in einer Beschäftigung tendenziell zufriedener.

 Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Grob kann man zu diesem Thema sagen, dass es wichtig ist, dass ein Staat ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht anstrebt, da er ansonsten seine Wirtschaft auf Kosten des Auslandes aufbaut. Beispielsweise Deutschland exportiert sehr viele Waren und Güter nach Frankreich. Die Franzosen müssen dafür zahlen und die Deutschen bekommen das Geld. Sollte jedes Land nur exportieren wollen, dann würde das in einem geschlossenen Kreis nicht funktionieren.

 gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung

Grundsätzlich ist (zumindest in der Theorie) das Ziel einer Volkswirtschaft, dass es eine gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung in der Bevölkerung gibt. Hauptgrund dafür ist, dass bei zu ungerechter Verteilung die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigt und es zu Unruhen kommen kann. Interessanterweise ist dies ein ganz aktuelles Thema, da man in den Zeitungen immer liest, dass die Vermögensschere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Man darf gespannt sein, wo diese Entwicklung noch hinführen wird.

 Diese fünf Ziele beschreibt das magische Fünfeck. Das bereits angesprochene magische Vieleck beinhaltet auch diese fünf Ziele, ist aber noch um die Ziele „Lebenswerte Umwelt“ und „ausgeglichenes Budget“ erweitert.

Nachdem wir in diesem Blog die wichtigsten Ziele einer Volkswirtschaft kennen gelernt haben, geht es in dem nächsten Blog darum, dass wir uns das Thema Preiswertstabilität nochmal genauer im Detail anschauen und dafür wir auch Zentralbanken werden in dem nächsten Blog „Grundlagen der Volkswirtschaftslehre II“ angesprochen.

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