Finanzen – Grundlagen der Volkswirtschaft II

In dem ersten Blog haben wir uns die Grundlagen einer Volkswirtschaft und deren Ziele angeschaut. Wie in dem letzten Blog schon angedeutet, wird in diesem Teil vor allem über die Geldwertstabilität und die Zentralbanken gesprochen.

Dieses Thema ist derzeit sehr aktuell, da die Finanzmärkte momentan eher von der Geldpolitik der Notenbanken getrieben werden, als von den klassischen Unternehmenszahlen. Aber bevor wir an dieser Stelle weiter ins Detail gehen, ist es wichtig, dass erst mal die Grundlagen aufgezeigt werden.

Ich gehe in meinen Blogs immer davon aus, dass der Leser sich bisher eher weniger mit dem Thema beschäftigt hat und es ist nicht das Ziel, dass Ihr Finanzprofis werdet. Es geht lediglich darum, dass der maskuline Gentleman aktuelle Nachrichten lesen und verstehen kann.

 

Geldpolitik:

In dem letzten Blog habe ich schon geschrieben, dass das Ziel einer Volkswirtschaft ist, dass das Preisniveau um ca. 2% in jedem Jahr steigt. Dieses Ziel ist auch das Hauptziel der meisten Zentralbanken.

Zentralbanken sind übergeordnete Institutionen. Man kann sich das vereinfacht so vorstellen, dass Zentralbanken über den Banken stehen. Zentralbanken sind (oder sollten) unabhängig sein.

In Europa ist die Europäische Zentralbank für die Geldpolitik verantwortlich, das wohl berühmteste Pendant dazu ist die Federal Reserve FED in den USA.

Die EZB hat eigentlich nur das Ziel, dass es eine Geldwertstabilität in Europa gibt. Dahingehen hat die FED neben diesem Ziel noch das Ziel einer gesunden Wirtschaft. Daher dürfen die FED einige Maßnahmen treffen, die die EZB eigentlich (wenn sie nur ihr Primärziel verfolgen würde) nicht treffen dürfte.

 

Auf die Zusammensetzung und die Gremien der EZB möchte ich an dieser Stelle gar nicht genauer eingehen, da ich der Meinung bin, dass man das nicht unbedingt wissen muss, wenn es über eine groben Überblick geht. Nichtsdestotrotz sollte man wissen, dass Mario Draghi der Präsident der EZB und somit oft in den Medien auch als Vertreter oder Inbegriff der Geldpolitik dargestellt wird.

 

Die EZB steuert die Geldmenge in der Eurozone. Vereinfacht gesagt geht es darum, dass wenn die Kreditzinsen und die Zinsen für Guthaben niedrig sind, die Bevölkerung (unter Bevölkerung verstehe ich die Privatpersonen/ Unternehmen/ aber auch die Staaten an sich) weniger spart (es lohnt sich ja nicht mehr, da man keine Zinsen erhält) und auf der anderen Seite sogar noch günstige Kredite (man zahlt ja kaum Zinsen dafür/ somit sollen die Unternehmen investieren) aufnimmt. Das Ganze soll die Nachfrage steigern und wenn die Nachfrage nach etwas steigt, dann können die Verkäufer die Ware teurer machen und dadurch steigen die Preise.

Steigen die Preise zu stark, dann geht es darum, dass man die Nachfrage senken muss und dies will die EZB durch höhere Kreditzinsen und höhere Zinsen auf Guthaben erreichen.

 

Die Zinssteuerung erfolgt über mehrere Instrumente (welche Ihr aber im Detail nicht wissen müsst). Eines der Hauptinstrumente und wohl das Berühmteste ist der Leitzins. Dieser wird auch immer wieder in den Nachrichten veröffentlicht. Der aktuelle Leitzins liegt bei einem historischen Wert von 0%.

Jetzt könnt Ihr schon mal testen, ob Ihr die vorherigen Erläuterungen verstanden habt: Was will die EZB damit erreichen, dass der Leitzins bei 0% liegt?

 

Das Hauptziel, welches die EZB anstrebt, ist eine Preisniveausteigerung von 2%. Aktuell liegt diese in Europa bei nahe Null oder teilweise auch im negativen Bereich (Deflation). Durch den niedrigen Leitzins soll die Bevölkerung mehr Geld ausgeben (Sparen lohnt sich nicht und Kredite sind billig).

Wie Ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich die Ausführungen im Konjunktiv geschrieben, da all diese Aussagen aus den Lehrbüchern stammen und in der Realität leider (oder zum Glück) nicht eins zu eins übertragbar sind.

Die aktuelle Situation ist nämlich so, dass die Nachfrage der Bevölkerung trotz niedriger Zinsen nicht stark steigt und die Inflationsrate niedrig bleibt. Wobei die Inflationsrate derzeit vor allem durch die fallenden Rohölpreise unter Druck geraten ist.

Denn wir im letzten Blog angesprochen: Die Inflationsrate wird am Verbraucherpreisindex gemessen und der besteht aus Euren durchschnittlichen Ausgaben. Einen Großteil Eurer Ausgaben macht nun mal das Thema „Energie“ aus und daher ist dieser Teil auch höher im Verbraucherpreisindex gewichtet. Fallen nun die Rohölpreise, dann fällt auch die Inflation.

 

Nun wisst Ihr auch das Wichtigste zu dem Thema Geldpolitik und EZB. Natürlich kann ich noch viel weiter ins Detail. Wenn Ihr das wollt, dann schreibt es einfach in dem Kommentar. Schreibt auch bitte, wenn es Euch noch zu Kompliziert ist, dann versuche ich es in anderen Worten nochmal 😉

 

Des Weiteren werde ich aktuelle Themen, wie zum Beispiel das Anleihenkaufprogramm der EZB an andere Stelle eingehen, falls Ihr aktuelle Themen vermisst.

 

Wie in jedem anderen Blog bitte ich Euch auch an dieser Stelle, dass Ihr mir Wünsche/ Kritik und bitte auch mal ein Feedback in den Kommentaren hinterlasst.

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