Vermögensaufbau

In dem Artikel – Einstieg in das Veranlagungsgeschäft – habe ich schon von dem „Cost-Average-Effekt“ geschrieben. Dieser wird in diesem Artikel im Detail beschrieben.

Im Großen und Ganzen geht es darum, wie Ihr monatlich einen gewissen Betrag ansparen könnt. Dabei empfehle ich Euch einen Fondssparplan mit einer hohen Aktienquote.

Doch zunächst geht es erst einmal um die Basics. Inzwischen habt Ihr ja schon ermittelt, wie viel Geld Ihr im Monat für Eure Ausgaben benötigt (wenn nicht, dann lest nochmal den Artikel (Sparpotential ermitteln). Des Weiteren habt Ihr mind. schon 3 Nettomonatsgehälter kurzfristig auf Eurem Sparkonto angespart?!

Sehr gut. Glückwunsch, denn nun habt Ihr bewiesen, dass Ihr Euch mit dem Thema Sparen auseinandergesetzt habt und Ihr habt auch Disziplin beim Sparen bewiesen. Nun seid Ihr bereit für den nächsten Schritt. Längerfristiges Ansparen mit Hilfe von Fondssparplänen.

Ich persönlich nutze auch diese Möglichkeit der Sparform und würde es auch Jedem sofort empfehlen. Langfristig gesehen gibt es einfach keine bessere Möglichkeit eine gute Rendite zu erwirtschaften. Einziger Nachteil bei einem Fondssparplan ist, dass die Kapitalerträge derzeit noch mit 25% + Soli in Deutschland und 27,5% in Österreich versteuert werden müssen und dies unabhängig davon, wie lange man den Sparplan gemacht hat. Jedoch kann sich dies jederzeit ändern und bspw. die FDP hat sich schon dafür ausgesprochen, dass man bei einer Haltefrist von über einem Jahr keine Kapitalertragssteuer mehr zahlen muss. Ich persönlich befürworte diesen Ansatz, da man langfristig für seine Altersvorsorge ein Vermögen aufbaut und somit auch den steuerlichen Anreiz für diese Sparform bekommen sollte.

Wie könnt Ihr in einen Fondssparplan investieren? Zunächst müsst Ihr ein Depot eröffnen. Ich empfehle Euch dabei, dass Ihr Online verschiedene Anbieter vergleicht und meist empfiehlt sich dann eine Direktbank, denn gerade bei kleinen Sparplänen unter 50,- € macht es schon einen Unterschied, ob Ihr 2,- € oder 4,- € für die Ausführung zahlt. Mein Arbeitgeber hat extra ein Modell für Sparplankunden entwickelt. Vielleicht hat das Eure Hausbank auch. Einfach mal nachfragen. Die Kosten sollten nicht über 3-4% liegen.

Nachdem Ihr nun einen günstigen Anbieter gefunden habt und auch ein Depot eröffnet habt, geht es darum, dass Ihr einen oder mehrere Sparpläne anlegt. Je nach Anbieter empfiehlt es sich den Sparplan über ETF´s oder über Fonds abzuwickeln. Leider darf ich Euch an dieser Stelle keinen konkreten Fonds oder ETF empfehlen, da ich dies aus haftungsrechtlichen Gründen nicht machen darf. Jedoch empfehle ich Euch einen reinen Aktienfonds (ETF oder Fonds), welcher in die größten Unternehmen weltweit investiert. Dieser Fonds hat natürlich auch Schwankungen und kann im Wert sogar bis zu 50% oder mehr fallen, aber genau dort ist es wichtig, dass Ihr den Sparplan durchhaltet. Fällt Euer Fonds, dann kauft Ihr mehr Stücke und sollte er dann wieder steigen, dann ist dies umso besser für Euch. Folgendes Beispiel soll Euch das nochmal zeigen:

Monat Kaufwert Fondspreis gekaufte Stücke Stückzahl Depot Depotwert
1  100,00 €    100,00 € 1,00 1,00      100,00 €
2  100,00 €    120,00 € 0,83 1,83      220,00 €
3  100,00 €    105,00 € 0,95 2,79      292,50 €
4  100,00 €     95,00 € 1,05 3,84      364,64 €
5  100,00 €     80,00 € 1,25 5,09      407,07 €
6  100,00 €     60,00 € 1,67 6,76      405,30 €
7  100,00 €     50,00 € 2,00 8,76      437,75 €
8  100,00 €     55,00 € 1,82 10,57      581,53 €
9  100,00 €     60,00 € 1,67 12,24      734,39 €
10  100,00 €     80,00 € 1,25 13,49   1.079,19 €
11  100,00 €     90,00 € 1,11 14,60   1.314,09 €
12  100,00 €    100,00 € 1,00 15,60   1.560,10    €

 

In diesem Beispiel hättet Ihr insgesamt 1.200,- € investiert und obwohl der Fondspreis im Monat 1 und im Monat 12 bei 100,- € liegt, hättet Ihr einen absoluten Gewinn von 360,10 € gemacht. Denn je teurer der Fonds, desto weniger Stücke habt Ihr gekauft (siehe Monat 2) und wenn die Aktienkurse fallen und der Fonds 50% gefallen ist und bei 50,- € steht, dann bekommt Ihr sogar 2 Stücke. Natürlich ist dieses Beispiel plakativ, aber es zeigt Euch deutlich, dass es sehr wichtig ist, dass man immer den selben Betrag anspart und auch in schlechten Zeiten den Sparplan durchhält. Genau dieser Effekt, dass man unterschiedliche Stücke pro Monat kauft, nennt sich Cost-Average Effekt.

Laut einer Statistik zum deutschen Aktienindex (DAX) hat man bei einem monatlichen Sparplan von 100,- € über 10 Jahre eine durchschnittliche Rendite von 6,5%p.a. erwirtschaftet. Dabei wurden verschiedene 10Jahre Zeiträume seit Oktober 1959 betrachtet.

Somit habt Ihr in den 10 Jahren insgesamt 12.000,- € angespart und Euer Depot hätte einen Wert von 16.763,45 €. Das Ganze hättet Ihr mit einem monatlichen Sparplan von 100,- € erreichen können.

Daher auch ganz klar meine Empfehlung: Fangt so früh wie möglich mit einem Fondssparplan an und haltet die Schwankungen aus. Über kurz oder lang werdet Ihr Euch an den Gewinnen erfreuen.

Kleiner Exkurs: Es gibt auch die Möglichkeit, einen Aktiensparplan anzulegen. Der Sparplan funktioniert genauso wie bei einem Fonds. Der Unterschied liegt darin, dass man in eine Aktiengesellschaft investiert. Insgesamt auch eine interessante Art des Vermögensaufbaus, allerdings ist dies etwas risikoreicher. Daher ist meine Empfehlung gerade bei so langfristigen Sparplänen, dass man das Vermögen so breit wie möglich streut und dafür einen Fonds nutzt.

Habt Ihr bereits einen Sparplan? Wie sind Eure Erfahrungen? Welche Fonds nutzt Ihr für den Sparplan?
Bitte einfach ein Feedback hier oder auf Facebook der maskuline Gentleman dalassen.

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