Gewohnheiten

Eine alte Gewohnheit legt sich so leicht nicht ab, und eine Richtung, die wir früh genommen, kann wohl einige Zeit abgelenkt, aber nie ganz unterbrochen werden.

(Johann Wolfgang von Goethe)

 Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier und hat man ein bestimmtes Ritual erst mal eine Zeit lang gemacht, dann wird es ganz schwierig, dass man dieses wieder ablegt. Dies gilt sowohl für schlechte, aber zum Glück auch für gute Gewohnheiten.

Eine der schlechtesten und wohl am weit verbreitetsten Gewohnheit ist, dass man nach einem anstrengenden Tag den Abend gerne auf der Couch verbringt, dabei läuft der Fernseher und es werden natürlich auch noch ein paar Süßigkeiten vernascht. Ich will damit nicht sagen, dass ich grundsätzlich gerne einen Ausklang vor dem Fernseher bin, das größere Problem dabei ist, dass man durch den Süßigkeiten verzehr schnell mal 500kcal zusätzlich zu sich nimmt. Macht man dieses jeden Tag, dann macht das immer 3.500 zusätzliche Kalorien aus, was einem halben Kilo Fett bedeutet und mal ganz ehrlich, warum esst Ihr diese Süßigkeiten? Bestimmt nicht aus Hunger, sondern aus GEWOHNHEIT. Mir geht es auch immer so, wenn ich in eine Diätphase Wechsel, da es dort keine Nüsse und auch kein Obst mehr auf der Couch gibt. Am Anfang ist dies eine große Umstellung, aber nach ein paar Tagen ist die Gewohnheit gebrochen und dann fehlt mir der zusätzliche Snack nicht mehr.

Betrachtet mal Euren Tagesablauf, wie viele der Dinge, die Ihr tut, allein aus Gewohnheit passieren. Es geht schon morgens los, dass Ihr vielleicht zu erst auf die Toilette geht und dann zieht Ihr Euch an. Anschließend wird das Frühstück immer gleich vorbereitet. Ihr merkt, dass Gewohnheiten per se nichts schlechtes sind. Denn Gewohnheiten helfen uns auch, dass wir einen geregelten Tagesablauf haben und nicht alles neu entscheiden müssen.

Viele Wissenschaftler behaupten, dass ein Mensch noch ein gewisses Kontingent an „Entscheidungen“ pro Tag treffen kann und dieses im Laufe des Tages immer weiter ausgeschöpft wird. Daher ist es wichtig, dass Ihr bestimmte Rituale habt und diese immer gleich ausführt. Durch diese Verhaltensweise wird Euer Entscheidungskontingent nicht ausgeschöpft und Ihr könnt dies für wirklich wichtige Entscheidungen aufheben.

Betrachtet nur mal folgende zwei Köpfe: Mark Zuckerberg und der leider bereits verstorbene Steve Jobs. Was hatten diese beiden gemeinsam? Vermutlich viele Eigenschaften, aber für uns ist eine ganz besonders wichtig: Sie trugen fast immer die gleiche Kleidung. Mark Zuckerberg trägt fast immer sein graues Tshirt und Steve Jobs war berühmt für seinen Rollkragenpullover. Angeblich hat Mark Zuckerberg zu einem Journalisten gesagt, dass er doch keine Zeit für solche unwichtigen Entscheidungen vergeuden will. Er müsse so viele wirklich wichtige Entscheidungen am Tag treffen, sodass seine Garderobe ganz einfach ausgestattet ist. Ich will Euch jetzt nicht damit sagen, dass Ihr nur noch dieselben Kleidungsstücke tragen sollt, aber es zeigt Euch, wie weit man mit Gewohnheiten gehen kann.

Gerade wenn Ihr eine neue Gewohnheit in Eurem Leben etablieren wollt, dann müsst Ihr hartnäckig sein, weil Ihr zum einen Eure alte Gewohnheit brechen müsst und auf der anderen Seite eine neue erlernen müsst.

Dieser Prozess kann in folgende 4 Phasen eingeteilt werden:

  1. Ihr müsst das vorgenommene innerhalb der nächsten 72Stunden (3 Tage) das erste Mal machen. Ihr wollt etwas in Eurem Leben verändern? Dann nutzt diese Energie und macht es innerhalb der nächsten drei Tage das erste Mal. Ihr braucht diese Energie um den ersten Schritt zu setzen. Ehrlich gesagt, empfehle ich Euch es gleich zu machen (natürlich erst den Artikel fertig lesen ;-)). Was hält Euch auf? Geht nicht gibt’s nicht. Ihr müsst Euch einfach treuen. Zeigt das Selbstbewusstsein und tut es einfach. Ihr werdet es nicht bereuen.
  2. Die ersten 10 Tage: Nachdem Ihr ein neues Ritual begonnen habt, dann werdet Ihr stolz auf Euch sein und Endorphine (Glückshormone) ausschütten. Nun werdet Ihr das neue Ritual immer und immer wiederholen und es fällt Euch leicht. Da Ihr jedes Mal anschließend Eure „Hormondröhnung“ bekommt. Entweder weil Ihr wieder trainieren wart oder Ihr habt etwas nicht gemacht (Süßigkeiten auf der Couch) und somit ist Euer Körper über Eure Disziplin glücklich!
  3. 10 – 30 Tag: Jetzt könnte es ein wenig schwere fallen das neue Ritual auszuüben. Genau dies ist die Phase, in welcher Ihr Eure Gewohnheiten brecht und neue etabliert. Jetzt heißt es am Ball bleiben und Eure gewonnene Disziplin einzusetzen. Es wird Tage geben, da wird es Euch schwerer fallen. An diesen müsst Ihr immer daran denken, wieso Ihr gestartet seid? Und denkt an Euer Endziel. Hier ist wieder Euer Mindsetting gefragt! Lest am Besten nochmal den Artikel „Mindsetting“.
  4. nach 30 Tagen: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das erlernen bzw. festigen einer neuen Gewohnheit 30 Tage dauert und danach gehört sie voll und ganz zu Euren Gewohnheiten. Klingt gut oder? 30Tage ist doch keine lange Zeit und danach gehört sie zu Euren Automatismen.

Bitte nehmt diese Zeiträumen nicht Wort wörtlich, denn ich bin der Meinung, dass es bei jedem Menschen anders ist und auch verschiedene Gewohnheiten mal schneller fixiert sind und manche anderen auch etwas länger brauchen. Aber in der Grundtendenz stimmen diese Werte. Einfach TUN und dann durchhalten und nach einer gewissen Zeit macht Ihr das Neue ganz automatisch.

Es hält Euch niemand davon ab, dass Ihr Eure neue Gewohnheit in Eurem Leben etabliert. Ihr müsst einfach nur über Euren Schatten springen und es machen. Oftmals haltet Ihr Euch nur selber auf und findet Ausreden. Schluss damit. Ihr seid für Eure Leben verantwortlich und somit werdet Ihr nun Eure Energie nutzen und eine neue Gewohnheit in Eurem Leben etablieren. Fangt am Besten gleich damit an.

Welche Sache wollt Ihr in Eurem Leben ändern und was wollt Ihr stattdessen machen? Nutzt die Möglichkeit und schreibt mir Eure Geschichte entweder hier oder bei Facebook Fanpage es hilft Euch mit Sicherheit dabei, dass Ihr die neue Gewohnheit wirklich startet, denn einerseits hilft schon das Niederschreiben und auf der anderen Seite habt Ihr auch das Gefühl, dass Ihr Euch dazu verpflichtet, wenn Ihr es „öffentlich“ niederschreibt.

Ich freue mich auf Euch.

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