Diversifikation

„Diversifizieren ist ein Schutz gegen Unwissen. Es macht wenig Sinn für diejenigen, die Bescheid wissen.” Warren Buffet

Warren Buffet, einer der größten derzeit lebenden Investoren auf der Welt, soll diesen Ausspruch getätigt haben. Diversifizieren, also das Vermögen in verschiedene Bereiche zu investieren, ist nur ein Schutz gegen Unwissenheit. Dieser Aussage stimme ich nicht zu. Ich bin ein Gegner davon, dass man all sein Geld auf ein Pferd setzt.

Doch was bedeutet diversifizieren überhaupt? Diversifizieren bedeutet, dass man all sein Vermögen eben nicht auf ein Pferd setzt, sondern man investiert bewusst in verschiedene Bereiche (sozusagen mehrere Rennpferde). Teilweise mit höheren Ertragschancen, aber auch mit höheren Schwankungen und teilweise mit einer niedrigeren Rendite, aber dafür ohne große Schwankungen. Diversifizieren bedeutet, dass Ihr Euer Vermögen so breit wie möglich streut. Dabei geht es nicht nur um den Risikoaspekt, sondern auch um eine Streuung innerhalb einer Assetklasse.

Innerhalb meiner Beratung (ich bin im Private Banking tätig und betreue Kundenvolumen von durchschnittlich über 1Mio €) setze ich bewusst auf das Thema Diversifikation. Ich kann nicht wissen, wie sich die Märkte morgen oder gar in 6 Monaten verhalten werden. Dies ist leider das Dilemma bei der Anlageberatung. Investitionen betreffen die Zukunft und wie heißt es so schön: „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen!“

Jedoch glaube ich, dass ich mit meiner Denkweise schon mal einen Schritt voraus bin. Viele Berater oder auch Fondsmanager denken, dass sie besser sind als alle anderen und immer Recht haben werden. Das Schöne an der Börse ist, dass jeder Mal Recht hat! Wichtig ist nur, dass es das Portfolio nicht so schlimm erwischt, wenn man falsch liegt. Bei meinen Kunden geht es um eine solide Aufstellung des Vermögens und es geht nicht darum, dass sie noch 0,1% mehr Rendite erwirtschaften wollen.

Ich setze daher bewusst auf eine Diversifikation des Vermögens: Ich nutze verschiedene Assetklassen/ Regionen/ Anlagestrategien/ Währungen etc. Durch diesen Ansatz können meine Kunden und ich sehr ruhig schlafen. Dies bedeutet nicht, dass ich keine Meinung zu den Märkten habe, jedoch ist meine Grundstrategie immer gleich. Erst die Diversifikation und dann wird das Portfolio noch feinjustiert, d.h. dass ich (nach reiflicher Analyse) bspw. bestimmte Märkte etwas stärker gewichte, weil ich der Meinung bin, dass diese preiswerter zum Kaufen sind. Ich habe auch Kunden, mit welchen ich kurzfristig Aktien kaufe oder verkaufe. Allerdings muss dort das Vertrauen zwischen Berater und Kunde sehr hoch sein, da man bspw. einen Artikel liest und dann schnell handeln muss. Somit muss der Kunde dann schnell verfügbar sein und auch schnell eine Entscheidung treffen. Auch muss der Kunde sich bewusst sein, dass solche Transaktionen nicht immer positiv sein müssen. Ich hatte bei meinen Kunden (nach dem Betreuerwechsel zu mir) das große Glück, dass alle Entscheidungen richtig waren und teilweise zweistellige Gewinne innerhalb einer Woche erwirtschaftet worden. Jedoch bin ich mir immer bewusst, dass auch mal eine Fehlentscheidung dabei sein kann.

Dieses kurzfristige Veranlagen ist aber nicht das Kerngebiet meiner Beratung und ich würde es Euch auch nicht empfehlen! Je längerfristig Ihr investiert, desto größer werden die Chancen auf eine überdurchschnittliche Rendite. Wer bspw. Aktien länger als 15 Jahre gehalten hat, der hat noch nicht Verlust gemacht.

Doch zurück zur Diversifikation: Ich empfehle Euch definitiv, dass Ihr Euer Vermögen sehr breit aufstellt. Natürlich macht es keinen Sinn, wenn Ihr bspw. 2% Eures Vermögens in einen Fonds investiert, jedoch sind 10% ein guter Richtwert bei einer Fondsinvestition. Bei Aktieneinzeltiteln empfehle ich Euch max. 5%. Wichtig ist, dass Ihr Euch im Klaren seid, wie viele Schwankungen Ihr vertragt und wie lange Ihr das Geld nicht benötigt. Danach könnt Ihr die Entscheidung treffen, wie hoch Eure Aktiengewichtung werden darf.

Ich vergleiche den Portfolioaufbau mit einem Hausbau. Wichtig ist das Fundament des Portfolios. Je nachdem wie sicherheitsbedürftig Ihr seid, muss die dicke des Fundaments gestaltet werden. Anschließend geht es an den Hausbau. Dieser spiegelt Eure Aktienauswahl wieder. Je mehr Aktien (Säulen) Ihr auswählt, desto stärker ist Euer Haus gebaut. Stellt Euch ein Haus mit nur einer Säule vor. Es kann sehr lange stehen, aber wenn der erste Sturm kommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Haus zusammenstürzt. Daher baut Euer Dach auf mehrere Säulen auf. Nun kommt das Dach: Dort könnt Ihr Einzeltitel mit höherem Risiko, bei denen Ihr auch mal kurzfristig spekuliert, für Euer Portfolio hernehmen. Sollte es zu einem Sturm kommen, dann müsst Ihr gegebenenfalls mal einzelne Dachziegeln austauschen. Dies bedroht aber nicht die ganze Stabilität des Hauses, es sei denn, dass Ihr Euch dazu entscheidet, dass Ihr Euer Haus auf einem dünnen Fundament und nur mit einer Säule aufbauen wollt. Denn dann kann eine einzige Ziegel das ganze Haus zum Einsturz bringen.

Dies ist natürlich sehr plakativ ausgedrückt, aber so kann sich jeder was darunter vorstellen.

Im Übrigen setzt auch Warren Buffet auf eine große Diversifikation und so gehört seine Firma Berkshire Hathaway zu den größten Investmentfirmen weltweit und er hat dabei in sehr unterschiedliche Branchen investiert. In seinem Portfolio befinden sich über 80 Firmen, was knapp 1% pro Einzelinvestment ausmacht. So viel nur zu seinem angeblichen Zitat.

Was haltet Ihr davon? Gerne stehe ich Euch für Fragen und Wünsche jederzeit zur Verfügung. Bitte einfach einen Kommentar hinterlassen oder schreibt mir auf Facebook Fanpage oder Instagram (SunnySnowboy). Gerne können wir dann auch ein persönliches Gespräch vereinbaren.

 

 

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