Jahresendrally

Wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt geschwommen ist!“ (Warren Buffet)

Dieses Zitat wird Warren Buffet zugesprochen und er meint damit, dass in guten Börsenphasen alle Investmentstrategen gute Ergebnisse liefern können. Es ist aber entscheidend, wer sich gerade in den schlechten Phasen behaupten kann. Doch welche Phase steht der Börse nun unmittelbar bevor? Dies kann wohl keiner mit 100%iger Sicherheit sagen. Doch was auf jeden fall jedes Jahr wieder im November und Dezember debattiert wird, das weiß Jeder. Die Jahresendrally. Kommt sie oder kommt sie nicht? Grund genug, dass ich Euch heute dieses Thema genauer vorstellen will.

Jahresendrally? Was wird überhaupt darunter verstanden? Der Begriff bezeichnet die Kursentwicklung von Aktienkurse zum Jahresende. Eine Jahresendrally besagt, dass die Aktienkurse zum Jahresende steigen.

Bei einem Blick in die Statistik sieht man, dass der Börsenmonat Dezember zu den erfolgreichsten Monaten des Jahres gehört:

Januar            0,78%                                    Juli                  0,79%

Februar          0,33%                                    August           -0,33%

März               1,54%                                    September    -1,86%

April                0,76%                                    Oktober          0,79%

Mai                 -0,12%                                    November     1,29%

Juni                 -0,27%                                     Dezember     1,13%

Daten entstammen von der folgenden Internetseite:

http://www.finanzen.net/index/DAX/Performance

Zur Berechnung wurde der DAX Performance Index ab Juni 1988, sowie seine Vorgänger „Hardy-Index“ ab 1959 und der Index der Börsen-Zeitung ab 1981 herangezogen.

Wie Ihr sehen könnt, gehört der Monat Dezember mit einer durchschnittlichen Performance von 1,13% zu den drei erfolgreichsten Monaten. Allerdings ist er nicht der Erfolgreichste. Daher ist der Begriff Jahresendrally (im klassischen Sinne) nicht mehr nur auf den Dezember, sondern auch auf den November bezogen. Dieser Wandel hat vor allem in den letzten Jahren stattgefunden, da viele Anleger Angst haben, dass Sie die Jahresendrally verpassen und dementsprechend sich schon im November positionieren und durch dieses Verhalten ist der Monat November sogar historisch gesehen jetzt der Bessere.

Eine weitere Statistik, welche für eine Jahresendrally spricht, ist, dass der DAX seit 1988 in 23 von 29 möglichen Dezember immer positiv war. Dies entspricht einer Quote von 79,3% und ist zugleich absoluter Topwert von allen Monaten.

Auch spricht der folgende Faktor für steigende Kurse zum Jahresende: Wenn das Gesamtjahr (Januar bis November) ein gutes Börsenjahr war, dann steigt zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass der Dezember auch positiv ist. Dies liegt daran, dass Fondsmanager bzw. deren Fonds das Kalenderjahr auch als Geschäftsjahr haben. Zum Jahresabschluss werden dann die Positionen offengelegt, welche in dem Fonds enthalten sind. Natürlich wollen die Fondsmanager die Positionen im Fonds haben, welche eine sehr gute Jahresperformance haben. Somit beweisen sie, dass sie den richtigen Riecher gehabt haben und in die Aktie XY investiert sind. Dieser Faktor spricht auch vor allem dafür, dass Einzeltitel, welche von Januar bis November stark waren, auch im Dezember eine sehr starke Performance haben werden.

Somit könnte die Welt so einfach sein, sodass man sagen kann, dass es lt. Statistik eine Jahresendrally geben wird! Auch in 2017. Allerdings bestätigen gerade die Ausreißer die Statistikergebnisse und so hat man bspw. im Dezember 2015 einen Verlust von 5,6% erleiden müssen.

Des Weiteren sind die Börsen in den vergangenen Monaten schon sehr gut gelaufen und so hat bspw. der Dax in den vergangenen drei Monaten eine Performance von 8,82% erzielt und liegt damit weit über der oben aufgestellten Performancestatistik. Gerade in der letzten Woche hat der DAX auch erst sein neues Allzeithoch bei 13.525,56pkt aufgestellt und liegt aktuell nur knapp darunter.

Meine Meinung ist, dass der DAX eine wirklich schon sehr gute Entwicklung gehabt hat und ich denke auch, dass es kurzfristig (1-2 Wochen) noch etwas abwärts gehen kann, aber nicht muss. Letztendlich wir aber noch höhere Kurse zum Jahreswechsel sehen werden. Die derzeitige leichte Korrektur ist sehr positiv, denn jetzt verkaufen alle leicht unsicheren Anleger und verlassen den Markt und anschließend ist somit die Verkäuferseite viel stabiler und durch eine steigende Nachfrage werden die Kurse umso schneller steigen, da die Verkaufswilligen schon aus dem Markt sind.

Auch sprechen die Signale der Chartanalyse für dieses Szenario. Kurzfristig leichte Korrektur, aber längerfristig befinden wir uns weiterhin eindeutig im Aufwärtstrend.

An dieser Stelle will ich aber nochmals betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und es keine Kaufempfehlung für Euch ist. Eine Empfehlung kann ich nur aussprechen, wenn wir uns persönlich kennen lernen und ich Euch persönlich einschätzen kann. Natürlich spiegelt diese Meinung auch nur meine Meinung und nicht die meines Arbeitgebers wider. Heutzutage muss man aufpassen, was man schreibt 😉

Wie ist Eure Meinung zur Jahresendrally? Was glaubt Ihr, wo der DAX Performance Index zum Jahresende liegt? Neues Allzeithoch? Gar bei 14.000Pkt?

Bitte gebt mir wieder ein Feedback auf dieser Homepage oder auf Facebook . Und denkt daran, dass Ihr mir auf Instagram folgt =)

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Diversifikation

„Diversifizieren ist ein Schutz gegen Unwissen. Es macht wenig Sinn für diejenigen, die Bescheid wissen.” Warren Buffet

Warren Buffet, einer der größten derzeit lebenden Investoren auf der Welt, soll diesen Ausspruch getätigt haben. Diversifizieren, also das Vermögen in verschiedene Bereiche zu investieren, ist nur ein Schutz gegen Unwissenheit. Dieser Aussage stimme ich nicht zu. Ich bin ein Gegner davon, dass man all sein Geld auf ein Pferd setzt.

Doch was bedeutet diversifizieren überhaupt? Diversifizieren bedeutet, dass man all sein Vermögen eben nicht auf ein Pferd setzt, sondern man investiert bewusst in verschiedene Bereiche (sozusagen mehrere Rennpferde). Teilweise mit höheren Ertragschancen, aber auch mit höheren Schwankungen und teilweise mit einer niedrigeren Rendite, aber dafür ohne große Schwankungen. Diversifizieren bedeutet, dass Ihr Euer Vermögen so breit wie möglich streut. Dabei geht es nicht nur um den Risikoaspekt, sondern auch um eine Streuung innerhalb einer Assetklasse.

Innerhalb meiner Beratung (ich bin im Private Banking tätig und betreue Kundenvolumen von durchschnittlich über 1Mio €) setze ich bewusst auf das Thema Diversifikation. Ich kann nicht wissen, wie sich die Märkte morgen oder gar in 6 Monaten verhalten werden. Dies ist leider das Dilemma bei der Anlageberatung. Investitionen betreffen die Zukunft und wie heißt es so schön: „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen!“

Jedoch glaube ich, dass ich mit meiner Denkweise schon mal einen Schritt voraus bin. Viele Berater oder auch Fondsmanager denken, dass sie besser sind als alle anderen und immer Recht haben werden. Das Schöne an der Börse ist, dass jeder Mal Recht hat! Wichtig ist nur, dass es das Portfolio nicht so schlimm erwischt, wenn man falsch liegt. Bei meinen Kunden geht es um eine solide Aufstellung des Vermögens und es geht nicht darum, dass sie noch 0,1% mehr Rendite erwirtschaften wollen.

Ich setze daher bewusst auf eine Diversifikation des Vermögens: Ich nutze verschiedene Assetklassen/ Regionen/ Anlagestrategien/ Währungen etc. Durch diesen Ansatz können meine Kunden und ich sehr ruhig schlafen. Dies bedeutet nicht, dass ich keine Meinung zu den Märkten habe, jedoch ist meine Grundstrategie immer gleich. Erst die Diversifikation und dann wird das Portfolio noch feinjustiert, d.h. dass ich (nach reiflicher Analyse) bspw. bestimmte Märkte etwas stärker gewichte, weil ich der Meinung bin, dass diese preiswerter zum Kaufen sind. Ich habe auch Kunden, mit welchen ich kurzfristig Aktien kaufe oder verkaufe. Allerdings muss dort das Vertrauen zwischen Berater und Kunde sehr hoch sein, da man bspw. einen Artikel liest und dann schnell handeln muss. Somit muss der Kunde dann schnell verfügbar sein und auch schnell eine Entscheidung treffen. Auch muss der Kunde sich bewusst sein, dass solche Transaktionen nicht immer positiv sein müssen. Ich hatte bei meinen Kunden (nach dem Betreuerwechsel zu mir) das große Glück, dass alle Entscheidungen richtig waren und teilweise zweistellige Gewinne innerhalb einer Woche erwirtschaftet worden. Jedoch bin ich mir immer bewusst, dass auch mal eine Fehlentscheidung dabei sein kann.

Dieses kurzfristige Veranlagen ist aber nicht das Kerngebiet meiner Beratung und ich würde es Euch auch nicht empfehlen! Je längerfristig Ihr investiert, desto größer werden die Chancen auf eine überdurchschnittliche Rendite. Wer bspw. Aktien länger als 15 Jahre gehalten hat, der hat noch nicht Verlust gemacht.

Doch zurück zur Diversifikation: Ich empfehle Euch definitiv, dass Ihr Euer Vermögen sehr breit aufstellt. Natürlich macht es keinen Sinn, wenn Ihr bspw. 2% Eures Vermögens in einen Fonds investiert, jedoch sind 10% ein guter Richtwert bei einer Fondsinvestition. Bei Aktieneinzeltiteln empfehle ich Euch max. 5%. Wichtig ist, dass Ihr Euch im Klaren seid, wie viele Schwankungen Ihr vertragt und wie lange Ihr das Geld nicht benötigt. Danach könnt Ihr die Entscheidung treffen, wie hoch Eure Aktiengewichtung werden darf.

Ich vergleiche den Portfolioaufbau mit einem Hausbau. Wichtig ist das Fundament des Portfolios. Je nachdem wie sicherheitsbedürftig Ihr seid, muss die dicke des Fundaments gestaltet werden. Anschließend geht es an den Hausbau. Dieser spiegelt Eure Aktienauswahl wieder. Je mehr Aktien (Säulen) Ihr auswählt, desto stärker ist Euer Haus gebaut. Stellt Euch ein Haus mit nur einer Säule vor. Es kann sehr lange stehen, aber wenn der erste Sturm kommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Haus zusammenstürzt. Daher baut Euer Dach auf mehrere Säulen auf. Nun kommt das Dach: Dort könnt Ihr Einzeltitel mit höherem Risiko, bei denen Ihr auch mal kurzfristig spekuliert, für Euer Portfolio hernehmen. Sollte es zu einem Sturm kommen, dann müsst Ihr gegebenenfalls mal einzelne Dachziegeln austauschen. Dies bedroht aber nicht die ganze Stabilität des Hauses, es sei denn, dass Ihr Euch dazu entscheidet, dass Ihr Euer Haus auf einem dünnen Fundament und nur mit einer Säule aufbauen wollt. Denn dann kann eine einzige Ziegel das ganze Haus zum Einsturz bringen.

Dies ist natürlich sehr plakativ ausgedrückt, aber so kann sich jeder was darunter vorstellen.

Im Übrigen setzt auch Warren Buffet auf eine große Diversifikation und so gehört seine Firma Berkshire Hathaway zu den größten Investmentfirmen weltweit und er hat dabei in sehr unterschiedliche Branchen investiert. In seinem Portfolio befinden sich über 80 Firmen, was knapp 1% pro Einzelinvestment ausmacht. So viel nur zu seinem angeblichen Zitat.

Was haltet Ihr davon? Gerne stehe ich Euch für Fragen und Wünsche jederzeit zur Verfügung. Bitte einfach einen Kommentar hinterlassen oder schreibt mir auf Facebook Fanpage oder Instagram (SunnySnowboy). Gerne können wir dann auch ein persönliches Gespräch vereinbaren.

 

 

Vermögensaufbau

In dem Artikel – Einstieg in das Veranlagungsgeschäft – habe ich schon von dem „Cost-Average-Effekt“ geschrieben. Dieser wird in diesem Artikel im Detail beschrieben.

Im Großen und Ganzen geht es darum, wie Ihr monatlich einen gewissen Betrag ansparen könnt. Dabei empfehle ich Euch einen Fondssparplan mit einer hohen Aktienquote.

Doch zunächst geht es erst einmal um die Basics. Inzwischen habt Ihr ja schon ermittelt, wie viel Geld Ihr im Monat für Eure Ausgaben benötigt (wenn nicht, dann lest nochmal den Artikel (Sparpotential ermitteln). Des Weiteren habt Ihr mind. schon 3 Nettomonatsgehälter kurzfristig auf Eurem Sparkonto angespart?!

Sehr gut. Glückwunsch, denn nun habt Ihr bewiesen, dass Ihr Euch mit dem Thema Sparen auseinandergesetzt habt und Ihr habt auch Disziplin beim Sparen bewiesen. Nun seid Ihr bereit für den nächsten Schritt. Längerfristiges Ansparen mit Hilfe von Fondssparplänen.

Ich persönlich nutze auch diese Möglichkeit der Sparform und würde es auch Jedem sofort empfehlen. Langfristig gesehen gibt es einfach keine bessere Möglichkeit eine gute Rendite zu erwirtschaften. Einziger Nachteil bei einem Fondssparplan ist, dass die Kapitalerträge derzeit noch mit 25% + Soli in Deutschland und 27,5% in Österreich versteuert werden müssen und dies unabhängig davon, wie lange man den Sparplan gemacht hat. Jedoch kann sich dies jederzeit ändern und bspw. die FDP hat sich schon dafür ausgesprochen, dass man bei einer Haltefrist von über einem Jahr keine Kapitalertragssteuer mehr zahlen muss. Ich persönlich befürworte diesen Ansatz, da man langfristig für seine Altersvorsorge ein Vermögen aufbaut und somit auch den steuerlichen Anreiz für diese Sparform bekommen sollte.

Wie könnt Ihr in einen Fondssparplan investieren? Zunächst müsst Ihr ein Depot eröffnen. Ich empfehle Euch dabei, dass Ihr Online verschiedene Anbieter vergleicht und meist empfiehlt sich dann eine Direktbank, denn gerade bei kleinen Sparplänen unter 50,- € macht es schon einen Unterschied, ob Ihr 2,- € oder 4,- € für die Ausführung zahlt. Mein Arbeitgeber hat extra ein Modell für Sparplankunden entwickelt. Vielleicht hat das Eure Hausbank auch. Einfach mal nachfragen. Die Kosten sollten nicht über 3-4% liegen.

Nachdem Ihr nun einen günstigen Anbieter gefunden habt und auch ein Depot eröffnet habt, geht es darum, dass Ihr einen oder mehrere Sparpläne anlegt. Je nach Anbieter empfiehlt es sich den Sparplan über ETF´s oder über Fonds abzuwickeln. Leider darf ich Euch an dieser Stelle keinen konkreten Fonds oder ETF empfehlen, da ich dies aus haftungsrechtlichen Gründen nicht machen darf. Jedoch empfehle ich Euch einen reinen Aktienfonds (ETF oder Fonds), welcher in die größten Unternehmen weltweit investiert. Dieser Fonds hat natürlich auch Schwankungen und kann im Wert sogar bis zu 50% oder mehr fallen, aber genau dort ist es wichtig, dass Ihr den Sparplan durchhaltet. Fällt Euer Fonds, dann kauft Ihr mehr Stücke und sollte er dann wieder steigen, dann ist dies umso besser für Euch. Folgendes Beispiel soll Euch das nochmal zeigen:

Monat Kaufwert Fondspreis gekaufte Stücke Stückzahl Depot Depotwert
1  100,00 €    100,00 € 1,00 1,00      100,00 €
2  100,00 €    120,00 € 0,83 1,83      220,00 €
3  100,00 €    105,00 € 0,95 2,79      292,50 €
4  100,00 €     95,00 € 1,05 3,84      364,64 €
5  100,00 €     80,00 € 1,25 5,09      407,07 €
6  100,00 €     60,00 € 1,67 6,76      405,30 €
7  100,00 €     50,00 € 2,00 8,76      437,75 €
8  100,00 €     55,00 € 1,82 10,57      581,53 €
9  100,00 €     60,00 € 1,67 12,24      734,39 €
10  100,00 €     80,00 € 1,25 13,49   1.079,19 €
11  100,00 €     90,00 € 1,11 14,60   1.314,09 €
12  100,00 €    100,00 € 1,00 15,60   1.560,10    €

 

In diesem Beispiel hättet Ihr insgesamt 1.200,- € investiert und obwohl der Fondspreis im Monat 1 und im Monat 12 bei 100,- € liegt, hättet Ihr einen absoluten Gewinn von 360,10 € gemacht. Denn je teurer der Fonds, desto weniger Stücke habt Ihr gekauft (siehe Monat 2) und wenn die Aktienkurse fallen und der Fonds 50% gefallen ist und bei 50,- € steht, dann bekommt Ihr sogar 2 Stücke. Natürlich ist dieses Beispiel plakativ, aber es zeigt Euch deutlich, dass es sehr wichtig ist, dass man immer den selben Betrag anspart und auch in schlechten Zeiten den Sparplan durchhält. Genau dieser Effekt, dass man unterschiedliche Stücke pro Monat kauft, nennt sich Cost-Average Effekt.

Laut einer Statistik zum deutschen Aktienindex (DAX) hat man bei einem monatlichen Sparplan von 100,- € über 10 Jahre eine durchschnittliche Rendite von 6,5%p.a. erwirtschaftet. Dabei wurden verschiedene 10Jahre Zeiträume seit Oktober 1959 betrachtet.

Somit habt Ihr in den 10 Jahren insgesamt 12.000,- € angespart und Euer Depot hätte einen Wert von 16.763,45 €. Das Ganze hättet Ihr mit einem monatlichen Sparplan von 100,- € erreichen können.

Daher auch ganz klar meine Empfehlung: Fangt so früh wie möglich mit einem Fondssparplan an und haltet die Schwankungen aus. Über kurz oder lang werdet Ihr Euch an den Gewinnen erfreuen.

Kleiner Exkurs: Es gibt auch die Möglichkeit, einen Aktiensparplan anzulegen. Der Sparplan funktioniert genauso wie bei einem Fonds. Der Unterschied liegt darin, dass man in eine Aktiengesellschaft investiert. Insgesamt auch eine interessante Art des Vermögensaufbaus, allerdings ist dies etwas risikoreicher. Daher ist meine Empfehlung gerade bei so langfristigen Sparplänen, dass man das Vermögen so breit wie möglich streut und dafür einen Fonds nutzt.

Habt Ihr bereits einen Sparplan? Wie sind Eure Erfahrungen? Welche Fonds nutzt Ihr für den Sparplan?
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Sparpotential ermitteln

„Wir haben eigentlich unser Budget nicht überschritten. Die Budgetierung war einfach tiefer als unsere Ausgaben.“ – Keith Davis (amerikanischer Football Spieler)

Dieser Artikel dient Euch dazu, dass es Euch nicht (mehr) so geht, wie Keith Davis es passend in diesem Zitat beschreibt. Ihr solltet Euch von Beginn darüber klar werden, welches Budget Ihr in welchem Bereich habt und wann Ihr Eure Ausgaben kürzen müsst. 

Ein wichtiger Baustein des Financial Plannings ist es, dass man zusammen mit dem Kunden einen Haushaltsplan entwickelt, bevor man ihm eine passende Anlagestrategie empfehlen kann. Ihr würdet Euch wundern, wie viele von meinen Kunden (wohlhabende Privatpersonen) überhaupt nicht im Detail wissen, wie viel Einnahmen und vor allem wie viele Ausgaben sie im Monat haben. Ich denke mal, dass es Euch zumindest auf der Einnahmenseite besser ergeht, weil Ihr wisst, wie hoch Euer monatliches Nettogehalt ist?!  

Somit könnt Ihr Eure Einnahmenseite schon einmal abharken und nun geht es zu an Eure Ausgabenseite. Als erstes könnt Ihr Euch überlegen, welche Fixkosten Ihr monatlich oder auch jährlich habt. Falls Ihr Euch nicht sicher seid, dann nutzt Eure Kontoauszüge des vergangenen Jahres. Denn es gibt auch Fixkosten, die nur einmal im Jahr anfallen können (bspw. Autoversicherung). 

Notiert Euch alle Fixkosten und unterteilt dabei schon, welche Fixkosten monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich anfallen. Wenn Ihr dies gemacht habt, dann geht es darum, dass Ihr alle Fixkosten auf eine monatliche Basis umrechnet (bspw. jährliche Fixkosten durch 12 Monate dividieren). Nun addiert Ihr alle Eure Werte und nun habt Ihr vielleicht zum ersten Mal eine Summe von Euren monatlichen Fixkosten.  

Erschrocken? Gut, denn es geht dabei auch um einen „AHA-Effekt“. Nun könnt Ihr Euch zum ersten Mal daran machen und überlegen, in welchen Bereichen noch Optimierungsbedarf besteht. Welche Kosten könnt Ihr reduzieren oder ggf. sogar komplett streichen? Nutzt dazu auch die Vergleichsportale im Internet. Vielleicht könnt Ihr noch etwas bei Euren Stromkosten sparen oder vielleicht gibt es noch Potential bei Eurer Autoversicherung?! Nicht selten kann man durch solche Maßnahmen die Fixkosten um mehrere hundert Euro im Jahr senken.

 Nachdem Ihr kein Optimierungspotential bei den Fixkosten mehr erkennt, gilt es nun, dass Ihr Euch im Klaren werdet, wie hoch Eure variablen Kosten pro Monat sind. Ich empfehle Euch, dass Ihr mindestens 3 Monate alle Ausgaben erfasst und dabei ist es egal, ob Ihr dies auf dem Handy/ Laptop oder traditionell in einem Heft macht. Wichtig ist nur, dass Ihr wirklich alle Ausgaben schriftlich festhaltet.  

Nachdem 3 Monate vergangen sind, geht es darum, dass Ihr gleiche Ausgaben addiert und anschließend durch die Monate dividiert und so wieder einen Wert pro Monat bekommt.

 Sehr wahrscheinlich kommt es nun zu einem zweiten „AHA-Effekt“. Denn ein Coffee-to-go für 2,- € macht sich noch nicht unbedingt in Eurer Geldbörse bemerkbar, aber wenn Ihr dies jeden Arbeitstag macht, dann macht dies auch ca. 500,- € (bei 250 Arbeitstagen) im Jahr aus. Gerne dürft Ihr das machen, aber es muss Euch auch 500,- € im Jahr wert sein (ohne dabei an die Umwelt zu denken).

 Anschließend müsst Ihr Eure (variablen) Ausgaben noch in verschiedene Rubriken zusammenfassen. Dabei ist egal, wie Ihr die Rubriken (Freizeit/ Ernährung/ Auto/ etc.) benennt und wo Ihr eine Grenze zieht. Jetzt habt Ihr einen Wert für Eure variablen Ausgaben pro Rubrik. Was fällt Euch auf? Entsteht auch hier wieder Potential? Seid ehrlich zu Euch und überlegt, ob das 5. Paar Schuhe wirklich notwendig war?! 

Im nächsten Schritt müsst Ihr nun Eure Ausgaben (Fix – und variablen Kosten) mit Euren Einnahmen pro Monat vergleichen. Hoffentlich steht unter dem Strich noch ein Plus, denn bis jetzt ging es noch nicht um Eure Sparquote. Sollte kein Plus stehen, dann müsst Ihr Euren Lebensstil überdenken und/ oder Eure Einnahmen steigern.

 Jetzt gehen wir aber davon aus, dass Ihr monatlich noch einen gewissen Betrag zum Sparen habt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die monatliche Sparquote bei 9,7% pro Monat vom verfügbaren Einkommen im Jahr 2016. Allerdings empfinde ich diese Sparquote für zu gering. Mein Ziel ist die finanzielle Unabhängigkeit und daher verzichte ich lieber jetzt auf das ein oder andere und erhöhe die Sparquote. Die Sparquote von meiner Frau und mir liegt bei über 30%.

 Natürlich heißt dies nicht, dass man sehr spartanisch leben muss und aztekisch auf alles verzichten soll. Jedoch reicht es im ersten Schritt, wenn man bewusster lebt, da wir eh in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft leben. Es kann nicht schaden, wenn man sich zumindest ein wenig einschränkt.

 Ich hoffe, dass Ihr Euch nun intensiv mit Euren Ausgaben beschäftigt habt und hoffentlich auch das ein oder andere streichen werdet. Nun habt Ihr einen Betrag X, welcher Euch monatlich zum Sparen zur Verfügung steht. Wichtig ist, dass Ihr nicht den kompletten Betrag für langfristiges Ansparen über einen Fondssparplan nutzt, sondern auch darum, dass Ihr den Betrag noch aufteilt.

 Ein gewisser Betrag solltet Ihr kurzfristig auf ein Sparkonto (täglich verfügbar) ansparen. Diesen Betrag könnt Ihr für Urlaub/ Konsum/ etc. nutzen. Er sollte mindestens drei (besser bis zu 6) Nettomonatsgehälter ausmachen. Erst danach solltet Ihr auch anfangen langfristig in einen Fondssparplan zu investieren.

 Wie Ihr in einen Fondssparplan investieren könnt und welche Fonds sich dafür anbieten, werde ich Euch in einem anderen Blog vorstellen.

 Wie waren Eure Erfahrungen bei der Budgetierung? Was war für Euch die größte Herausforderung?

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Finanzen – Fonds

In diesem Blog möchte ich Euch zeigen, wie Ihr mit relativ kleinen Beträgen Eurer Geld breit gestreut in viele Aktien/ Anleihen investieren könnt. Steht Euch bspw. ein Betrag von 10.000,- € zum Investieren zur Verfügung, dann könnt Ihr diesen Betrag in Aktien oder Anleihen anlegen. Ihr könnt auch den Betrag teilen und in Aktien oder Anleihen anlegen. Jedoch lohnt es sich schon nicht, wenn man sagt, dass man den Betrag in 5 oder mehr Teile aufteilt, da die Mindestspesen beim Kauf dann schon zu hoch wären.

Es gibt aber die Möglichkeit, dass Ihr diese 10.000,- € auch in 100 verschiedene Unternehmen anlegen könnt und somit auch Euer Einzeltitelrisiko reduzieren könnt. Die Lösung dafür ist ein Fonds.

Unter einem Fonds muss man sich eine große Annahmestelle vorstellen, die das Geld von Euch annehmen und bündeln. Viele große Fonds verwalten nicht selten ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Euros. Somit investiert Ihr Eure 10.000,- € in einen Fonds. Nun kommt das Fondsmanagement und investiert Eure Geld je nach Strategie in Einzelaktien/ Anleihen/ etc. Ein Fondsportfolio besteht oftmals aus 100 Titeln oder mehr. Es findet eine tägliche, laufende Anpassung statt. Täglich investieren neue Kunden in den Fonds und auf der anderen Seite werden täglich auch Fondsanteile verkauft. Aufgrund dessen wird das neue Fondsvolumen am Ende des Tages auch immer wieder angepasst.

 Ihr könnt Fonds täglich kaufen und auch täglich wieder verkaufen (jedoch dauert es meist 2-3 Arbeitstage, bis Euch dann das Geld zur Verfügung steht). Der Fondswert wird täglich errechnet und spiegelt somit ein großes Portfolio in diverse Einzeltitel wieder.

Es gibt klassische, aktiv gemanagte Fonds und es gibt passive Fonds, sogenannte ETF´s (Exchange Traded Funds).

Die klassischen Fonds werden von einem Fondsmanagement verwaltet. Sprich es gibt Menschen im Hintergrund, die eine Anlagestrategie haben und nach dieser investiert der gesamte Fonds. Diese Strategie kann mal gut sein oder auch mal schlechter als die Entwicklung des Gesamtmarktes sein.

Die ETF´s hingegen, bilden nur einen Markt ab. Es gibt im Hintergrund kein Fondsmanagement. Beispielsweise gibt es ETF´s die den deutschen Aktienindex (DAX) einfach 1:1 abbilden. Es gibt dort keine klassische Titelauswahl mehr. Der Aspekt, welcher für ETF´s spricht, ist, dass ETF´s von den Verwaltungsgebühren viel günstiger als klassische Fonds sind. Ist ja auch logisch, wo kein Fondsmanagement vorhanden ist, muss auch nicht deren Gehälter bezahlt werden.

In meiner Beratung setze ich beides ein. Ich bin der Meinung, dass niemand in die Zukunft schauen kann und ich persönlich schon gar nicht. Darum finde ich, dass es für den Kunden sinnvoll ist, dass er mehrere Manager (durch verschiedene Fonds) für sein Vermögen hat. So baue ich ein Portfolio im Fundament mit klassischen Fonds auf. Setze dort bewusst auf verschiedene Strategien, denn wenn der Eine mal falsch liegt, dann kann der Andere Recht haben und so reduziert man auch wieder das Risiko.

Nachdem das Fundament mit Fonds aufgebaut ist, kann man das Haus und das Dach gerne mit ETF´s/ Einzelaktien oder Anleihen weiter bauen (jedoch macht dies erst ab einem gewissen Vermögen Sinn).

Gerade am Anfang, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat, sodass man einzelne Aktien bewusst kaufen kann, sollte man das Vermögen eher den Profis in Form von klassischen Fonds zur Verfügung stellen. Dies heißt zwar nicht, dass der Fonds eine bessere Performance haben muss, jedoch reduziere ich mein persönliches Risiko. Denn bei der falschen Auswahl eines Einzeltitels kann ich im schlimmsten Fall einen Totalverlust erleiden, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle Positionen innerhalb eines Fonds einen Totalverlust erleiden.

Ein paar von Euch denken jetzt vielleicht „und was ist mit den Kosten“? Wie bereits geschrieben sind ETF´s viel günstiger als ein klassischer Fonds. Die Gebühren bei einem Fonds werden einmal bei dem Kauf selber ausgelöst, der sogenannte Ausgabeaufschlag und des Weiteren findet eine jährliche Gebührenverrechnung für die Verwaltung statt. Diese merkt Ihr aber nicht, da diese innerhalb des Fonds direkt vom täglichen Kurs des Fonds abgezogen wird.

Kritiker behaupten, dass Fondsmanager ihr Geld nicht wert seien und dass es kaum Fondsmanager gibt, die den Markt auf Dauer schlagen und eine bessere Performance erwirtschaften. Diese Kritiker haben teilweise Recht, es gibt sowohl sehr gute Fondsmanager, als auch eher nicht so Gute. Für mich ist vor allem wichtig, wie hat sich ein Fondsmanager in der letzten Krise verhalten und dies ist ausschlaggebend, denn in guten Marktphasen kann Jeder erfolgreich sein, aber die Guten zeigen sich erst in schwachen Marktphasen.

Wie gesagt, ich bin der Meinung, dass man pauschal kein Urteil darüber fällen kann, was besser ist. Ich empfehle Euch, dass Ihr beide Instrument nutzt. Vor allem eignen sich diese beiden Instrumente auch für einen monatlichen Sparplan. Wenn Ihr monatlich bspw. 100,- € in einen Fonds anspart, dann wird Euer Vermögen trotz des geringen Volumens immer breit angelegt und Ihr profitiert mit minimalen Einsatz von der Risikostreuung. Wie genau ein Fondssparplan funktioniert und was Ihr davon erwarten könnt, werde ich Euch in einem anderen Blog mal vorstellen.

Zum Ende bitte ich Euch wieder um ein Feedback. Gerne auch auf meiner Facebookseite.

Finanzen- Aktienmarktprognosen 2017

Ja, ich lebe noch 😉

Leider ist jetzt einige Zeit seit meinem letzten Blog vergangen, da ich meine Prioritäten im Leben anders gesetzt habe.

Doch jetzt brennt es mir unter den Fingernägeln und ich will Euch ein ganz aktuelles Thema aufzeigen.

Aktienmarktprognosen für 2017:

Ich wollte im Internet schauen, welche Prognosen diverse große Geldhäuser für die Aktienmärkte 2017 haben und bin bei der Recherche leider nicht all zu weit gekommen. Leider gibt es noch keine übersichtliche Seite, auf welcher die Analysten der größten Banken Ihre Prognosen dargestellt sind. Man muss sich derzeit noch mühsam die Prognosen aus verschiedenen Artikeln zusammen suchen. Daher dachte ich mir, dass ich Euch die Prognosen in meinem Blog zusammen fassen werde.

DAX Prognosen Endstand 2017 (per heute 11.385)

Deutsche Bank – 11.300

DZ Bank – 12.000

LBBW – 11.500

Bankhaus Lampe – 11.400

Helaba – 12.000

 

Wie Ihr sehen könnt, herrscht Uneinigkeit zwischen den Analysten. Jedoch gehen die meisten davon aus, dass das Börsenjahr 2017 nicht all zu negativ sein wird.

In meiner Bachelorarbeit: Zur Antifragilität der Finanzmärkte und des Lebens habe ich einige Analysen bezüglich vorhersagen gemacht und der Grundkonsens kann mit einem Zitat von einem dänischen Physiker Niels Bohr zusammenfassen:

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen!“

Finanzen – Anleihen

Nachdem Ihr Euch zunächst Gedanken gemacht habt, wie Ihr Euer Geld investieren wollt (siehe Blog Einstieg ins Veranlagungsgeschäft), geht es nun in diesem Blog darum, dass wir uns ein Anlageinstrument anschauen werden – Anleihen.

 

Vereinfacht gesagt ist eine Anleihe ein festverzinsliches Forderungspapier eines Unternehmens oder eines Staates. Der größte Anteil der Staatsschulden besteht aus Anleihen. Diese Anlageform gibt es schon sehr lange und diente in der Vergangenheit vor allem darum, dass ein Staat mit Anleihen seinen Krieg finanzierte. Meines Wissens wurden die ersten Anleihen von Venedig im 12 Jahrhundert begeben. Venedig verschuldete sich dabei bei ihren Bürgern um den Krieg zu finanzieren.

Seit jeher ist diese Anlageform für Staaten eine gute Möglichkeit um Kapital zu beschaffen.

Anleihen sind Forderungspapiere, das heißt, dass bspw. ein Unternehmen (Schuldner) Anleihen begibt und dadurch Fremdkapital von Euch bekommt. Ihr bekommt im Gegenzug jedes Jahr eine Zinszahlung von dem Unternehmen. Am Ende der Laufzeit bekommt Ihr Euer Geld dann wieder zurück. Ihr leiht somit dem Unternehmen Euer Geld und habt im Gegenzug die Forderung auf Zinszahlung und darauf, dass Ihr Euer Kapital zurückbekommt. Der Part, der eine Anleihe begibt, heißt Emittent.

Der zuzahlende Zins bei einer Anleihe hängt vor allem von dem Risiko des Emittentenausfalls ab. Ihr leiht Euer Geld einem Unternehmen und dieses geht Pleite und kann die Schulden nicht mehr bedienen. Somit muss ein Unternehmen, welches Risikoreicher ist, einen höheren Zins zahlen, da es ansonsten keine Gläubiger findet, die ihre Anleihen zeichnen.

Um das Risiko eines Unternehmens besser abschätzen zu können, gibt es „unabhängige“ Ratingagenturen, welche ein Unternehmen bewerten. Je nach Ratingagentur (Moody´s/ Standard and Poors/ Fitch/ etc) ist die Bestnote mit drei A (AAA/ Aaa) angegeben und fällt dann im Alphabet AA – A – BBB – BB etc. Alle Emittenten bis BBB gelten als Investmentgrade und die Emittenten darunter als Non-Investmentgrade. Bei diesen gilt schon, dass man besondere Vorsicht walten lässt. Des Weiteren gibt es viele Fondsgesellschaften, die beispielsweise auch nur Anleihen mit Investmentgrade kaufen dürfen.

 Bei Einzelinvestments in Anleihen ist es aber auch wichtig, dass Ihr Euch selber vorher ein Bild des Unternehmens/ Staates macht, da die Ratingagenturen meiner Meinung nach nur bedingt unabhängig sind. Denn ein Unternehmen beauftragt eine Ratingagentur und zahlt Geld dafür, dass das eigene Unternehmen bewertet wird. Dadurch entsteht ein Interessenskonflikt für die Ratingagenturen, da sie einerseits Kunde sind und Geld erhalten, aber auf der anderen Seite das Unternehmen fair bewerten sollen und Gefahr laufen, dass wenn sie das Unternehmen zu schlecht bewerten keinen Folgeauftrag mehr zu bekommen. Auch hat die Vergangenheit gezeigt, dass diese Ratings nicht immer zu treffen, da in der Finanzkrise (bzw. kurz vorher) noch hochspekulative Anleihen mit AAA bewertet waren und kurz darauf waren diese wertlos.

 Ein weiterer Faktor, welcher die Höhe der Zinszahlung beeinflusst, ist die Laufzeit einer Anleihe. Je länger eine Laufzeit ist, desto höher ist normalerweise auch der Zinssatz, da das Risiko mit der Laufzeitlänge steigt.

 Des Weiteren wird ein Zinssatz auch von der Ausgestaltung einer Anleihe beeinflusst. Hat der Emittent beispielsweise irgendwelche Rechte, dass er die Anleihe vorzeitig tilgen (zurückzahlen) darf, dann erhöht dies meistens auch den Zinssatz.

 Anleihen werden zumeist in Prozent gehandelt und mit 100% emittiert und auch wieder mit 100% zurückgezahlt. Während der Laufzeit hängt jedoch der Kurs einer Anleihe auch von Angebot und Nachfrage und dem Zinsniveau ab und kann weit über oder unter 100% liegen. Wenn Ihr eine Anleihe an der Börse kauft und der Kurs bspw. bei 105% steht, dann erhaltet Ihr den Zins auf 100% nominal und zahlt aber 105%. Zum Laufzeitende bekommt Ihr 100% zurück und macht somit einen Kursverlust von 5%. Daher ist auch nicht die Verzinsung gleich Eure Rendite. Wenn jetzt diese Anleihe 4% p.a. an Zinsen zahlt und noch eine Laufzeit von 5 Jahren hat, dann ist Eure Rendite ungefähr 3% p.a. Auf den meisten Börsenportalen wird Euch neben der Verzinsung auch die Rendite angegeben. Wie man diese genau berechnet müsst Ihr an dieser Stelle nicht wissen. Also ist für Euch die wichtigere Kennzahl die Rendite und diese müsst Ihr immer bei verschiedenen Anleihen vergleichen.

 Anleihen sind Fremdkapital für ein Unternehmen, daher habt Ihr als Gläubiger auch kein Mitspracherecht, da Ihr lediglich Fremdkapitalgeber seid. Je nach Zins- und Marktumfeld lohnt sich die Ausgabe von Anleihen für ein Unternehmen mehr oder weniger. Es kommt immer darauf an, wie hoch die Finanzierungskosten bei den Banken wären. Sollte es für ein Unternehmen günstiger sein, wenn Sie Fremdkapital durch Banken aufnimmt, dann wird es das Unternehmen so machen.

Das Verlustrisiko bei den meisten Anleihen (Ausnahmen: Hybrid- und Nachranganleihen) beschränkt sich auf das eingesetzte Kapital. Im Worst Case macht Ihr somit 100% Verlust. Daher ist meine Empfehlung, dass Ihr bei Euren Anleiheninvestments darauf achtet, dass Ihr nur gute Staaten und Unternehmen kauft und sollte der Zinssatz weit über dem Marktniveau liegen, dann könnt Ihr schon vorsichtig sein. Des Weiteren empfiehlt sich bei Anleihen eventuell ein Investment über Anleihenfonds, da diese meist über 100 Titel im Portfolio haben und somit ein kompletter Kapitalverlust gegen Null tendiert.

 Im aktuellen Marktumfeld empfehle ich jedoch meinen Kunden kein Investment im Anleihenbereich über Investmentfonds. Da die Zinsen derzeit extrem günstig sind haben viele Anleihen schon eine Negativrendite (die Kurse der Anleihen stehen weit über 100%). Da ein Fonds immer den tagesaktuellen Kurs einer Anleihe in seiner Bewertung einberechnet ist die Gefahr sehr groß, dass ein Anleihenfonds fallen wird, sobald die Zinsen ein bisschen steigen. Nichtsdestotrotz wird es in Zukunft auch wieder Zeiten geben, in denen Anleihefonds attraktiv sein werden und daher sollte man sich in diesem Bereich auch auskennen.

 

An diesem Punkt seid Ihr wieder am Zug: Habt Ihr noch Fragen zu dem Bereich Anleihen oder soll ich Euch auch spezielle Anleihenformen (Zero-Bonds/ Nachranganleihen/ etc.) noch erklären? Wie ist Euer Feedback zu diesem Blog?

 

Finanzen – Einstieg ins Veranlagungsgeschäft

Dieser Blog beschäftigt sich mit den Grundlagen des Veranlagungsgeschäftes. Es geht darum, dass ich Euch aufzeige, welche Gedanken Ihr Euch zu Beginn einer jeden Veranlagung machen solltet. Es geht dabei noch nicht um die Veranlagungsinstrumente (Anleihen/ Aktien/ Zertifikate/ etc.) sondern viel mehr darum, dass wir die Grundlagen klären.

 Warum sollte man überhaupt Geld veranlagen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Jemand sparen sollte. Wichtig ist jedoch, dass man kurzfristige Liquidität angespart hat, da immer etwas Unvorhergesehenes passieren könnte (Waschmaschine kaputt/ Auto streikt/ Jobverlust/…). Als Kennzahl dafür wird gesagt, dass man ca. 3 Monatsgehälter kurzfristig zur Verfügung hat. Weitere Gründe sind beispielsweise: das Traumauto, eine Weltreise oder ein früherer Eintritt in die Pension. Eins der größten finanziellen Ziele, das man erreichen kann, ist, dass man finanziell Unabhängig ist. Oder wie gefällt Euch der Gedanke, dass Ihr von den Zinsen Eurer Ersparnisse leben könnt und somit machen könnt, was Ihr wollt?

Jeder von Euch bezieht natürlich ein unterschiedliches Gehalt und jeder von Euch lebt einen anderen Lebensstil. Mein Tipp ist, dass Ihr Euch einen gewissen Lebensstandard aufbaut, diesen aber dann beibehaltet. Konkret geht es darum, dass Ihr Euren Lebensstandard nicht durch Gehaltserhöhungen steigert, sondern die Gehaltserhöhung nutzt um Eure monatliche Sparleistung zu erhöhen. Den Vorteil (Cost-Average Effekt) einer monatlichen Sparleistung erläutere ich Euch in dem folgenden Blog in dieser Rubrik.

Jetzt gehen wir davon aus, dass Ihr schon fleißig gespart habt und jetzt vor der Entscheidung steht, wie Ihr Euer Geld veranlagen sollt.

Wofür dient das Kapital?

Elementar wichtig ist, dass Ihr Euch diese Frage stellt. Es macht einen riesen Unterschied, ob Ihr das Kapital nächstes Jahr für den Urlaub braucht oder das Kapital beispielsweise für Euren Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ist. Es geht dabei vor allem um die Anlagedauer. Grundsätzlich ist es so, dass je längerfristig Gelder veranlagt werden, desto höher darf der Aktienanteil dabei sein.

B-A-S-E-L

Dieser Abkürzung ist leicht zu merken und jeder Buchstabe ist der Anfangsbuchstabe eines Wortes:

B etrag: Welcher Betrag soll veranlagt werden (denkt immer daran, dass Ihr kurzfristige Liquidität benötigt)

A nlagedauer: Jetzt kommen wir schon der bereits vorgestellten Frage. Wie lange kann das Kapital veranlagt werden?

S icherheit: Jetzt kommt Eure Persönlichkeit ins Spiel. Wie Risikofreudig seid Ihr? Damit ist gemeint, welche Schwankungen Ihr aushaltet. Ist es Euch egal, wenn Eure Veranlagung kurzfristig auch um 20% fällt oder vertragt Ihr dies gar nicht.

E rtrag: Welchen Ertrag soll Eure Veranlagung bringen? Soll die Kaufkraft (Inflationsausgleich) erhalten bleiben oder wollt Ihr einen Mehrwehrt erwirtschaften?

L iquidität: Wie schnell soll die Veranlagung wieder auflösbar sein, sodass Ihr über das Geld verfügen könnt?

Gerade die letzten drei genannten Punkte können Konkurrent zu einander sein. Je höher die Sicherheit sein soll, desto weniger Ertrag wird eine Veranlagung bringen. Es gibt leider in der Veranlagung noch nicht die „Eierlegendewollmilchsau“. Daher müsst Ihr Euch immer bewusst sein, dass Aktien tendenziell eine bessere Rendite wie Anleihen bringen werden, dafür aber auch das Risiko höher ist und sollten Aktien kurzfristig fallen, dann müsst Ihr dies aushalten und könnt sich nicht direkt liquidieren.

 Folgende Grafik soll Euch verdeutlichen, welche Anlagekategorien bei welchem Anlagehorizont sinnvoll sind.

Anlagepyramide

Langfristig und historisch betrachtet haben Aktien die besten Renditen gebracht, aber dafür muss man auch kurzfristige Verluste aushalten können. Dahingegen ist Euer Geld auf dem Konto relativ sicher, aber dafür erhaltet Ihr kaum eine Rendite.

 Eine weitere Möglichkeit, dass man das Risiko eines Portfolios reduziert ist die Risikostreuung. Ich erkläre es meinen Kunden immer so: Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird. Es wäre eine absolute Lüge, wenn ich sagen würde, dass die Aktien morgen, übermorgen oder nächstes Jahr höher stehen werden. Ich kann lediglich die Ist-Situation analysieren und mir eine Tendenz überlegen. Aus diesem Grund sollte ein Portfolio aus verschiedenen Mosaiksteinen bestehen. Diese Mosaiksteine stehen jeweils für eine Strategie (bspw. Dividendenstrategie/ Long-Short Strategie/ etc.). Durch diesen Ansatz bekommt man unterschiedliche „Denkweisen“ in ein Depot und ist dadurch auch nicht so anfällig. Folgendes Beispiel: Ihr könnt in einen Schirmhersteller und in eine Eisdiele investieren.

Jetzt kommt der Zocker und investiert nur in den Schirmhersteller. Der Sommer ist daraufhin sehr verregnet und der Schirmhersteller verkauft sehr viele Schirme. Der Zocker freut sich und macht einen großen Gewinn.

Jetzt kann es aber sein, dass es ganz anders kommt: Der Sommer ist sehr heiß und der Schirmhersteller verkauft nun keinen Schirm. Somit macht der Zocker einen großen Verlust.

Bei diesem Paradebeispiel spricht man von einer negativen Korrelation von -1. Dies bedeutet, dass wenn die Eisdiele viel Gewinn macht, dann macht der Schirmhersteller einen großen Verlust et vice versa.

 

Dieses Beispiel soll Euch verdeutlichen wie wichtig eine Streuung ist. Natürlich könnt Ihr Glück haben, dass Ihr genau den richtigen Wert erwischt, aber das Risiko für einen Verlust ist auch sehr hoch.

 

Ich persönlich bin sogar ein Fan von aktiv gemanagten Fonds. Erstens verstehe ich die Prozesse innerhalb eines Fonds sehr gut, da ich gelernter Investmentfondskaufmann bin und zweitens bekomme ich durch Fonds noch eine viel größere Streuung in mein Portfolio. Des Weiteren bekomme ich durch Fonds auch noch die Expertise von verschiedenen Managern in mein Depot. Denn warum sollte ich als Berater schlauer als alle anderen Fondsmanager sein?!

Natürlich werden jetzt einige argumentieren, dass die Kosten bei einem Fonds zu hoch sind. Da gebe ich Euch auch vollkommen Recht, aber im Endeffekt zählt für mich die Leistung eines Fondsmanagers nach Kosten. Es bringt mir als Anleger nichts, wenn Ihr einen Fonds A mit einer TER (alle Kosten, die innerhalb des Fonds anfallen) von 0,5% habt und dieser eine Rendite von 3% vor Kosten bringt, wenn es einen Fonds B mit einer TER von 1,5% gibt, der 7% vor Kosten erwirtschaftet.

Denn nach Kosten macht Fonds A 2,5% und Fonds B 5,5%. Daher ist mein Ansatz auch nicht, dass ich die Fondsgebühren als primären Auswahlfaktor berücksichtige.

 

Dies soll jetzt aber nicht heißen, dass ich in meinen Kundendepots ausschließlich in Fonds investiere. Ich greife auf das ganze Anlagespektrum (außer hochspekulatives) zu. Oftmals analysiere ich einen Einzeltitel und unter Berücksichtigung einer Chartanalyse ergeben sich sehr gute Investitionschancen.

 

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen:

1) Zunächst ist es wichtig, dass Ihr kurzfristige Liquidität zur Verfügung habt und diese sollte auch nicht für Finanzinvestitionen genutzt werden.

2) Denkt an den Begriff „BASEL“. Ganz wichtig ist vor allem der Anlagehorizont.

3) Vorsichtig bei Beratern, die Euch eine hohe Rendite ohne Risiko versprechen. Dies ist de facto nicht möglich.

4) Streut Euer Portfolio in verschiedene Investments

 

Wie immer am Ende meiner Blogs bitte ich Euch wieder um ein kurzes Feedback. Was sind Eure Erfahrungen?

Finanzen – die neue Realität?

Nachdem in den ersten Blogs in dieser Rubrik bisher nur allgemeine Themen angesprochen wurden, geht es nun erstmals darum, dass wir uns ein ganz aktuelles Thema anschauen werden. 

Vergangenen Freitag ist erstmalig die Umlaufrendite bei Deutschen Staatsanleihen in einen negativen Bereich von -0,02% gerutscht.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/anleihen/hoehenflug-der-bundesanleihen-umlaufrendite-erstmals-negativ/13696754.html

 Kurzer Exkurs Staatsanleihen

Wenn Du weißt, was Staatsanleihen sind, dann kannst Du diesen Absatz überspringen. Wie wir bereits im VWL- Teil festgestellt haben, gehören die Staaten auch zu den Konsumenten in einer Volkswirtschaft. Somit hat der Staat auch Ausgaben (wie z.B. Investitionen in die Infrastruktur/ Bildung/ Arbeitslosengeld etc.). Der Staat hat nun die Möglichkeit, dass er sich Geld aufnehmen kann. Als Privatperson geht man zu einer Bank und leiht sich Geld in Form von Kredite. Ein Staat macht diese auf einem anderen Weg. Er begibt (emittiert) Anleihen. Dies sind Schuldverschreibungen, in welchem der Staat ein Versprechen gibt, dass er das Geld am Ende der Laufzeit zurückzahlt. Dafür, dass wir dem Staat Geld geben, bekommen wir einen Zinssatz und je nach Risiko und Laufzeit bekommen wir einen höheren oder niedrigeren Zins. So kann man sagen, dass Deutschland noch als „sicherer Hafen“ in der Finanzwelt gilt und Länder, wie zum Beispiel Portugal zahlen im Vergleich zu Deutschland einen gewissen Aufschlag und somit einen höheren Zins.

Die ausgegeben Staatsanleihen (von den größeren Ländern) kann man jederzeit an der Börse kaufen und wieder verkaufen. Normalerweise werden Staatsanleihen zu 100% begeben und auch wieder zu 100% zurückgezahlt. Kauft man eine Anleihe, welche eine Verzinsung von 4% p.a. hat, dann erhält man auf das eingesetzte Kapital eine Verzinsung von 4%.

Jetzt kann es aber sein, dass die Nachfrage nach der Staatsanleihe steigt, dann steigt auch der Kurs und steht vielleicht bei 109%. Investieren ich nun 10.000,- € in diese Anleihe, dann muss ich 10.900,- € bezahlen, aber bekomme die Verzinsung nur auf die Nominale also hier 10.000,- €. Somit beträgt meine Rendite (je nach Restlaufzeit) nur noch 3%. Ich hoffe, dass Ihr mir soweit folgen konntet und ich werde das Thema Anleihen noch in einem anderen Blog genauer beschreiben.

Aktuell ist es so, dass wenn Ihr dem deutschen Staat 10 Jahre Geld leiht, dann bekommt Ihr eine Rendite von ca. 0,08% p.a. (per 07.06.2016) und wenn Ihr Geld für 9 Jahre leiht, dann bekommt Ihr sogar eine Negativrendite, das heißt, dass Ihr dem deutschen Staat noch Geld geben müsst, dass er Euer Geld nimmt.

Nun begibt ein Staat mit unterschiedlichen Laufzeiten von einem Jahr bis zu 30 Jahren oder sogar länger. Auch der deutsche Staat hat verschiedene Laufzeiten begeben und nun kommt der Hammer vom vergangenen Freitag.

Rechnet man nun die Renditen aller dieser Anleihe, die der deutsche Staat momentan begeben hat, zusammen, dann bekommt der Staat sogar noch Geld für das Schulden machen. Das wär doch der Hammer, Ihr geht zur Bank und nehmt einen Kredit auf und bekommt dafür noch Geld. Ein Traum, denn das würde heißen, je mehr Schulden Ihr habt, desto mehr Geld bekommt Ihr.

 

Wo führt dies noch alles hin? Meine Meinung dazu ist, dass es zunächst auf absehbare Zeit keine Änderungen geben wird. Die Voraussetzungen im Markt tendieren eher dazu, dass die Negativrendite noch weiter steigen wird. Aber nichtsdestotrotz befürchte ich, dass es unweigerlich irgendwann zu einem Knall kommen wird und wir wieder in eine „hoffentlich nur“ Finanzkrise rutschen werden. Ich schreibe hoffentlich, da die politischen Stimmungen auch zu schlimmeren Sachen (Unruhen bis hin zu Kriegen) tendieren. Ich hoffe, dass ich damit falsch liege und auch die Vergangenheit hat gezeigt, dass es nicht immer im Worst Case enden muss.

Nichtsdestotrotz stehen die Sparer und Anleger schon heute vor der schwierigen Aufgabe, da man sein Geld ja noch irgendwie gewinnbringender Anlegen will. Es gibt schon einige Möglichkeiten, wie man in der heutigen Zeit auch noch eine kleine Rendite erwirtschaften kann. Jedoch muss einem klar sein, dass es keine Rendite ohne höheres Risiko gibt.

Fragt einfach bei Eurem Bankberater nach, welche Möglichkeiten es für Euch persönlich gibt.

 

Am Ende dieses Blogs möchte ich Euch wieder darauf hinweisen, dass Ihr mir gerne ein Feedback/ Eure Meinung zu dem Thema/ Kritik in den Kommentaren hinterlassen könnt/ sollt/ dürft 🙂

 

Finanzen – Ziele in den 20ern

In diesem Blog geht es darum, dass ich Euch ein paar finanzielle Ziele, welche Ihr, meiner Meinung nach, in Euren 20ern anstreben solltet.

Dieser Blog ist teilweise an meinen persönlichen Empfehlungen, aber auch teilweise an den folgenden Artikel angelehnt:

http://www.artofmanliness.com/2015/05/26/personal-finance-goals-for-your-20s

 

  1. Finanzielles Wissen aneignen

Mein erster Tipp für Euch ist, dass Ihr gerade Anfang der Zwanziger Euer Wissen über das Thema „Finanzen“ aneignen solltet. Es geht nicht darum, dass Ihr Profis seid, aber die Grundlagen solltet Ihr kennen.

–> herzlichen Glückwunsch, wenn Ihr weiterhin meinen Blog verfolgt, dann werdet Ihr dieses Ziel erreichen 🙂

Des Weiteren gibt es noch eine Fülle an Büchern, die dieses Thema sehr gut erläutern. Wenn Ihr wünscht, dann schreibe ich Euch dazu eine Liste. Bitte einfach in den Kommentaren schreiben.

2.  Budget kalkulieren

Ihr müsst Euch unbedingt im Klaren darüber sein, wie viele Einnahmen Ihr pro Monat habt und wie hoch Eure fixen Ausgaben sind.

Studiert Ihr noch? Selbst dann müsst Ihr wissen, wie hoch Eure Ausgaben sind und wie viel Geld Ihr vielleicht nebenbei verdient oder von Euren Unterstützern bekommt.

Ganz wichtig ist diese Übersicht, dass Ihr seht, welches Plus bleibt Euch jeden Monat, nachdem die fixen Kosten abgezogen sind.

Ich hoffe, dass zumindest ein Plus stehen bleibt 😉

Diese Übersicht öffnet Euch erst mal die Augen. Empfindet Ihr Eure Fixkosten zu hoch? Dann müsst Ihr schauen, welche Punkte Ihr davon wirklich braucht oder welche Kosten Ihr zu mindestens optimieren könnt.

 3. Absicherung

Zu Beginn Eurer Zwanziger solltet Ihr Euch mit dem Thema Versicherung beschäftigen. Gerade wenn Ihr Eure erste Wohnung bezieht und nicht mehr unten den Versicherungsschutz Eurer Eltern fallt.

Ganz wichtig ist eine private Haftpflichtversicherung (diese schützt Euch im privaten Umfeld, falls Ihr unabsichtlich etwas von jemand anderem zerstört).

Weitere wichtige Versicherungen, welche laut „Stiftung Warentest“ empfohlen werden könnt Ihr in dem nachfolgenden Link sehen:

https://www.test.de/Versicherungen-Optimaler-Risikoschutz-1162242-1218400/

Prinzipiell kann man jedoch sagen, dass Deutschland (Westeuropa) eines der sichersten Länder weltweit ist, aber die Menschen die meisten Versicherungen haben.

4. Sparplan anlegen

Nachdem Ihr ein Budget kalkuliert habt, wisst Ihr genau, wie viel Geld nach Abzug der Fixkosten noch übrig ist. Jetzt benötigt Ihr noch Geld für Eure Freitzeitaktivitäten und kurzfristige Rücklagen. Den Rest empfehle ich über einen monatlichen Fondssparplan anzulegen. Sollte kein Rest mehr übrig sein, dann überdenkt nochmal Euer Ausgabeverhalten.

Der Vorteil eines Fondssparplan ist, dass Ihr den sogenannten „Cost-Average-Faktor“ nutzen könnt.

Folgendes Beispiel:

100 € werden monatlich in einen Fonds angespart.

Monat 01: 100 € è man bekommt 1 Stück

Monat 02:   80 € è man bekommt 1,25 Stück

Monat 03:   50 € è man bekommt 2 Stück

In dem kurzen Bespiel hätte man somit 300€ angespart und insgesamt 4,25Stück bekommen. Hätte man alle auf einmal bei Kurs 100,- € angespart, dann hätte man nur 3 Stück bekommen.

Zugebenermaßen ist diese Beispiel sehr plakativ, aber Ihr sollt sehen, dass es sich lohnt, wenn man monatlich spart. Entweder Ihr macht dies selber Online mit einem eigenen Depot oder beredet dies mit Eurem Bankberater (Vorteil, wenn Ihr Euch noch nicht so gut auskennt).

Selbst wenn Ihr denkt, dass sich ein Sparplan von 50€ gar nicht lohnt, es lohnt sich aufjedenfall:

10 Jahre lang 50,- € im Monat angespart ergibt ein Sparsumme von 6.000,- €

angenommen Euer Fonds (Ausgabeaufschlag 2,5%) macht eine Durchschnittsverzinsung von 5%p.a. (historische mögliche Rendite) dann ergibt das eine Summe von:

7.358,99 € (weitere Kosten werden nicht berücksichtigt).

Wichtig hierbei ist, dass Ihr mit Eurem Berater sprecht, dass Ihr entweder einen Fonds mit niedrigem Ausgabeaufschlag oder in einen sog. ETF investiert.

Dieser Sparplan sollte langfristig durchgehalten und auch langfristig angelegt sein. Somit soll das angesparte Kapital nicht kurzfristig verwendet werden.

 

5. Notfall Liquidität

Euer Sparvermögen aus den Sparplänen sollte langfristig angelegt sein, daher ist es wichtig, dass Ihr auch kurzfristiges Vermögen anspart. Auf einmal geht die Kaffeemaschine kaputt oder Eure Waschmaschine streikt. Für diesen Fall sollte ich auch monatlich einen kleinen Teil zurücklegen. Dieser sollte aber nicht veranlagt werden, sondern einfach auf Eurem Konto liegen, sodass Ihr kurzfristig Zugriff habt.

Es wird häufig empfohlen, dass man mindestens drei Nettomonatsgehälter auf dem Konto stehen haben sollte. Dies ist ein Richtwert und hängt natürlich vom Nettogehalt ab.

6. Einnahmen erhöhen

Nachdem wir bisher geschaut haben, wie Ihr Eure Einnahmen verwendet, geht es nun darum, dass wir versuchen Eure Einnahmen zu steigern.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

Gehaltserhöhung

Jobwechsel

Nebenjob

Nebengewerbe

Zu den einzelnen Punkten werde ich in zukünftigen Blogs eingehen, aber schon so viel vorab.

Überlegt Euch eine Möglichkeit, wie Ihr neben Eurem Beruf noch zusätzlich Geld verdienen könnt und sagt nicht, dass Ihr dafür keine Zeit habt, denn dann müsst Ihr Eure Zeit besser einteilen.

Ich persönlich habe zum Beispiel auch neben meinen Beruf ein Nebengewerbe angemeldet. Ich konvertiere alte VHS Videos auf DVD´s (also wenn Ihr noch alte – selbstgedrehte VHS-Aufnahmen habt, dann meldet Euch und ich überspiele sich Euch gerne auf DVD 😉 ). Es ist mir klar, dass ich dadurch niemals reich werden werde, aber es geht einfach darum, dass man etwas macht.

 7. Verhandeln üben

Dieser Punkt hat nicht direkt etwas mit dem Thema Finanzen zu tun, aber es geht darum, dass Ihr das Verhandeln übt. Ich werdet im Leben sehr viel verhandeln müssen und je besser Ihr seid, desto mehr Kapital könnt Ihr daraus schlagen.

Beispielsweise bei Gehaltsverhandlungen/ Preisverhandlungen beim Kauf oder beim Verkauf/ Verhandlungen in Eurem Beruf/ Beförderungen/ etc.

 8. Langfristziele setzen

Es geht darum, dass Ihr in Euren jungen Jahren überlegt, welche langfristigen Ziele Ihr im Leben habt. Geht es darum, dass Ihr beispielsweise mit 35 Jahren ein Haus kaufen wollt oder in 5 Jahren ein neues Auto erworben wollt. Ihr müsst Eure Ziele im Auge haben und danach geht es darum, dass Ihr mit Eurem Berater darüber sprecht, ob Euer Ziel realistisch ist beziehungsweise wie viel Geld Ihr sparen müsst um an diese Ziel zu kommen.

Ich werde in Zukunft auch noch einen Blog verfassen, wie Ihr Eure Ziele planen könnt und welche Tools es im Internet gibt, wie Ihr Eure Ziele berechnen könnt.

Habt Ihr noch Fragen/ Wünsche/ Kritiken? Dann bitte hinterlasst mir einen Kommentar.